Fremdgehen – Warum betrügen wir eigentlich unseren Partner?

In Sachen Treue ist längst nicht alles so, wie es eigentlich sein soll. Aber warum geht der Mensch eigentlich fremd? Warum ist der Reiz des Fremdgehens so interessant? Für einen Seitensprung wird eine funktionierende Beziehung aufs Spiel gesetzt und man nimmt sogar in Kauf, dass der Partner von dem Seitensprung erfährt. Die Erklärung „Es ist halt so passiert“ ist weit verbreitet. Aber nichts geschieht einfach so. Es gibt immer einen Grund, warum ein Partner fremdgeht. Auch die Zeit spielt eine Rolle, Menschen die schon lange verheiratet sind, neigen oft zu Seitensprüngen. Viele Menschen suchen dann einen außerehelichen Kick, sie denken dann einfach, dass der Seitensprung neuen Schwung ins Sexualleben bringt.

Der Mensch sucht nach Bestätigung

Wer ein angekratztes Selbstwertgefühl hat, neigt oft zum Fremdgehen. Diese Personen sind für Schmeicheleien von Dritten sehr empfänglich, besonders wenn sie vom Partner eben keine Komplimente erhalten. Wenn der Partner alles als selbstverständlich hinnimmt, steigt die Gefahr eines Seitensprungs. Das passiert sehr oft bei langjährigen Beziehungen. Man ist eingespielt und zeigt seine Liebe nicht mehr. Zum Alltag kommen noch Stress und Hektik hinzu und jeder hat nur wenig Zeit für den anderen. Komplimente werden meist gar nicht mehr gemacht und selbst Gespräche bleiben auf der Strecke. Schade eigentlich, denn gerade Kleinigkeiten bringen etwas Pep in den Alltag und verhindern in aller Regel das Fremdgehen. Denn wer sich nicht begehrt und geliebt fühlt, sucht seine Bestätigung oft in fremden Betten. Gerade bei Personen die sich vernachlässigt fühlen, wird aus einem harmlosen Flirt schnell ein Seitensprung.

Nachwuchs kommt

Ein Baby stellt für viele Männer eine Herausforderung dar. Die meisten Männer gehen kurz nach der Geburt des Babys fremd. Warum? Ganz einfach, sie fühlen sich vom Baby einfach an die Seite gedrängt, die Frau scheint plötzlich nur noch „Mutter“ zu sein. Das Neugeborene macht sich lautstark bemerkbar und will seine Bedürfnisse befriedigt haben. Das ist auch ganz normal, aber die Männer fühlen sich dadurch vernachlässigt. Viele Frauen haben auch nach der Geburt keine Lust auf Sex und der Mann muss schon eine ganz schöne Portion Selbstbewusstsein haben, um diese Zeit ohne Seitensprung zu überstehen. Viele Männer reden sich ein, dass ihr Verhalten gar nichts mit der Ehe zu tun hat, sie betrachten das Fremdgehen mehr als „Schmerzlinderung“. Dabei ist das gar nicht nötig, Paare sollten vielmehr miteinander reden und gemeinsam eine Lösung für das „Problem“ finden.

Sind die Gene schuld am Fremdgehen?

Menschen sind einfach für die Treue nicht gemacht. Gerade die Herren der Schöpfung können gar nicht anders. Also ist ein Seitensprung, übrigens bei beiden Geschlechtern, alles andere als nur ein Ausrutscher, es ist von der Natur sogar vorgesehen. Rein biologisch gesehen, müssen die Männer sogar recht viele Nachkommen zeugen, nur so wird die Arterhaltung gesichert. Bei Frauen ist die Fruchtbarkeit jedoch begrenzt, sie kommen in die Wechseljahre und können keine Kinder mehr bekommen. In den Wechseljahren wird den Frauen ein nachlassendes Interesse am Sex nachgesagt. Aber auch bei Männern kann das passieren, überhaupt wenn ihnen nur immer die gleiche Partnerin zur Verfügung steht.

Es gibt sogar etliche Studien, die belegen, dass das Fremdgehen den Männern bereits in die Wiege gelegt ist. Experimente mit Tieren belegen das. Manche Tiere stellen die Sexualität komplett ein, kommt jedoch ein neues Weibchen hinzu, wird die Sexualität sofort wieder aktiv. Zwar spielen die Triebe beim Menschen auch eine Rolle, aber er ist seinen Trieben nicht ausgeliefert. Es haben sich Moral und bestimmte Werte gebildet, an die sich der Mensch in aller Regel richtet. Die Biologie ist also keine Entschuldigung für das Fremdgehen.

Glückskiller

Der Alltag kann ein wahrer Killer für Sex sein. Zwar ist am Anfang nur eitel Sonnenschein, jede Menge Spaß mit dem Partner ist vorprogrammiert. Doch mit den Jahren zieht die Routine ein und das Sexualleben bleibt weitgehend auf der Strecke. Das ist auch kein Wunder, ständig kommen die Kleinen ins Schlafzimmer oder der Partner schläft schon vor dem Fernseher ein. Auch die kleinen Marotten des Partners werden am Anfang der Beziehung belächelt, aber mit der Zeit gehen sie ganz schön auf die Nerven. Herumliegende Klamotten oder ein überschwemmtes Badezimmer nach dem Duschen macht nicht gerade Lust auf Sex. Außerdem hat sowieso niemand mehr Zeit, es gehört schon einiges dazu, die Romantik und die Leidenschaft zu erhalten.

Man lebt sich auseinander

Die Liebe muss immer wieder aufgefrischt werden, wenn aus dem Paar eine „Zweckgemeinschaft“ geworden ist, ist es oft schon zu spät. Wer nur noch zusammenbleibt, weil die Kinder großgezogen werden müssen und das Häuschen auch noch nicht abbezahlt ist, wird die Beziehung mehr als „Gefängnis“ empfinden. Oft hört man dann „Wir haben uns auseinander gelebt“. Das stimmt auch, denn wenn die Ehe nur noch hält, weil gemeinsame Pflichten zu bewältigen sind, ist die Beziehung am Ende. Es gibt einfach keinen Spaß und keine Freude mehr, die Partner gehen dann meist fremd.

Wenn es die Partner nicht schaffen und die Konflikte lösen, dann wird einer der Partner fremdgehen und nach einiger Zeit die Beziehung sogar lösen. Immer mehr Frauen praktizieren das, über 40 sind die Kinder aus dem Haus und die Frau steht fest im Leben. Jetzt wird offensichtlich, was in der Partnerschaft schiefläuft und die Frauen sind eher dazu bereit einen Schlussstrich zu ziehen. Männer neigen eher zu einer „Dreiecksbeziehung“, sie halten ihre Affäre geheim und wollen sich nicht für eine Frau entscheiden. Sie wollen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen.

Verpasst man etwas?

Nein, aber viele Menschen denken das. Manche Paare verbinden sich schon in jungen Jahren und sie kommen zu dem Punkt, an dem die Frage auftaucht „Soll das schon alles gewesen sein“? Gerade wenn die Kleinen schon aus dem Gröbsten raus sind und wieder mehr Zeit für Zweisamkeit ist, weiß man möglicherweise gar nicht mehr, wie das eigentlich geht. Irgendwie ist die Luft aus der Beziehung entwichen und viele Menschen haben dann das Gefühl etwas verpasst zu haben. Viele Menschen wollen sich nicht vom Ehepartner trennen, sie wollen nur mal etwas Neues ausprobieren.
Das passiert aber nur dann, wenn es zu Hause nicht mehr „prickelt“. Wenn nur alle Jubeljahre „Blümchen-Sex“ praktiziert wird, muss sich auch niemand wundern, wenn die Leidenschaft außerhalb der Beziehung gesucht wird. Viele Partner holen sich die Bewunderung eben bei fremden Partnern und kehren aber gerne wieder an den heimischen Herd zurück.

Das ist gar nicht selten, in vielen Ehen wird das Fremdgehen des Partners einfach geduldet. Wer wirklich auf der Strecke bleibt, ist der oder die Geliebte. Die hoffen dann auf eine feste Beziehung, die sich aber nie erfüllt. Die Eheleute haben sich mit der Situation abgefunden, aber es wäre viel beglückender, die Beziehung zu beleben, statt immer wieder fremdzugehen.

Manche Menschen empfinden Rache beim Fremdgehen

Die meisten Frauen denken, „Rache ist süß“. Also gehen viele Frauen fremd, einfach nur, um es dem Partner heimzuzahlen. Viele betrogene Frauen sind enttäuscht, verletzt und fühlen sich hilflos. Betrogene Männer agieren jedoch anders, nur rund 22 Prozent der Männer haben Rachegelüste. Bei den Frauen sind es jedoch satte 40 Prozent. Es sind aber nur sehr wenige Personen, die Rachegelüste wirklich in die Tat umsetzen. Bei den Frauen sind es etwa 30 %, bei Männern nur 9 %. Um Liebe geht es nicht, mit dem Fremdgehen wird nur das eigene Ego aufpoliert. Wer nun einen Seitensprung gewagt hat, sollte sich zurückhalten und warten, bis sich der Sturm wieder gelegt hat. Denn Gleiches mit Gleichem zu vergelten, ist nicht der richtige Weg und oft finden sich die Partner in einem „Rosenkrieg“ wieder und der ist für alle Beteiligten bestimmt kein Vergnügen.